Tragen in der Schwangerschaft

Während einer Schwangerschaft erlebt man eine aufregende Zeit. Die Gedanken kreisen zunehmend nur noch um den neuen Erdenbewohner.

Fragen über Fragen, vor allem, wenn es das erste Kind ist.

Was brauche ich als Grundausstattung? Wie richten wir das Kinderzimmer ein?Babybedarf aussuchen

Wie kann ich mich auf meine neue Rolle, auf mein neues Leben als Mama bzw. unser neues Leben als Familie vorbereiten?

Die liebsten Sprüche in dieser Zeit (die einem als werdenden Eltern auch echt irgendwann ganz oben stehen) sind z.B. “ Genießt das Ausschlafen- da kommt Ihr dann sehr lange nicht mehr zu“, oder “ Nutzt eure Zeit und eure Ruhe. Damit ist es bald vorbei.“

Wir haben irgendwann einen tollen Spruch gehört: “ JA, man schläft nicht mehr aus, JA das Leben ändert sich total in einer unvorstellbaren Weise. ABER warum hat uns nie jemand gesagt wie geil das ist?????“ –diesen Spruch finden wir bis heute einfach super, denn er trifft den Nagel auf den Kopf.

Denn das Leben und die Beziehung ist ja nicht vorbei, im Gegenteil: es ändert sich, aber es gibt einfach kein größeres Geschenk. Eine größere Dankbarkeit habe ich nie nie niemals erlebt.

In der Schwangerschaft war für mich klar:der tolle Kinderwagen für unterwegs, zuhause wird ein wenig getragen.

Tja und dann kam es doch ganz anders, denn der Kinderwagen ist sehr eingestaubt und wir tragen fast nur noch.

Ich hatte am Ende der Schwangerschaft mit einer riesen Stoffkatze das richtige Anlegen des Tragetuchs geübt (damals dachte ich das wäre richtig gewesen-ich erspare Euch Bilder).

Heute wüsste ich, dass ein Tragetuch schon in der Schwangerschaft toll gewesen wär. Denn durch eine reichliche Gewichtszunahme lockerte sich meine Symphyse und es wurde jeden Tag ein wenig schlimmer und schmerzhafter.

Mit einer Trageberatung direkt in der Schwangerschaft, hätte ich gelernt, wie ich mit dem Tuch meinen Bauch hätte stützen können, und dadurch gleich das strähnchenweise Festziehen lernen können. Das Tuch wäre schon toll eingekuschelt gewesen.

Um den Bauch einzubinden, empfehle ich immer eine Trageberatung und bitte euch, nicht selbst mit Videos oder anderen www. Möglichkeiten zu testen. Auch hier gibt es Dinge, die es zu beachten gilt.

Außerdem, ist während der Schwangerschaft doch viel Zeit für eine Beratung. Man lernt bereits viel Theorie und eine gute Aufklärung was für Möglichkeiten es gibt.

Die Beratung findet in 2 Schritten statt: der 1. Termin in der Schwangerschaft und der 2. nach der Geburt, wenn die Familie sich eingelebt hat.

Durch die 2 Termine ist es vor allem für die Frauen einfacher, denn mit einem Neugeborenen hat man den Kopf im wahrsten Sinne des Wortes voll und dank Hormonumstellung eine leichte Demenz, die das Leben angenehm entspannend macht:-)

Bei den Beratungen ist es toll, wen auch der Partner Zeit hat, damit ihr nach der Schwangerschaft gute Unterstützung habt- aber es ist natürlich kein Muss!

Wer sich bereits in der Schwangerschaft mit dem Thema Tragen auseinandersetzt, hat dann einen ruhigeren Start in den ersten Tagen zuhause.

Egal ob dem Neugeborenen Bauchweh plagt, oder er durch sein Weinen den für Ihn so wichtigen Kontakt einfordert. Als Trageeltern könnt ihr alles machen und trotzdem eurem Schatz das geben, was er am meisten braucht: NÄHE.

Lasst Euch bitte nichts erzählen, oder euch verunsichern durch Sprüche wie: „Schlepp das Kind bloß nicht immer rum, das gewöhnt sich daran.“ oder „Schreien macht die Lunge stark.“ oder “ der schreit nur um seinen Willen durchzusetzen.“

Allein wenn ich diese Sprüche hier schreibe, zieht sich mein Magen zusammen.

Diese Sprüche stammen aus einem Buch, welches 1934 auf den Markt kam. Alleine bei der Jahreszahl darf man ins Nachdenken kommen. Zu dieser Zeit wollte man keine Bindung zu Kindern; Kinder sollten Soldaten werden. Da war kein Platz für Vertrauen und Sicherheit.

Wenn ein Baby geboren wird, kommt es mit wunderbaren Instinkten zur Welt.

Diese Instinkte sind nicht auf doppeltverglaste Thermoscheiben mit Zentralheizung ausgelegt. Auch nicht auf Supermärkte,Autos,Fahrstühle und fester Wohnsitz….

Diese Instinkte sind Urinstinkte und die sind noch aus einer Zeit geprägt, als der Mensch wie ein Nomade immer weiter zog, auf der Suche nach Nahrung und einem Schlafplatz, der Sicherheit bot vor wilden Tieren.

Daher ist es für ein Baby lebensgefährlich, wenn es abgelegt wird (die Herde könnte es vergessen, wenn es nicht lautstark auf sich aufmerksam macht!).

Wenn es nicht in der Nähe der Eltern ist, könnte es an Schutz verlieren und frieren (denn damals haben sich Mutter und Kind gegenseitig gewärmt beim Schlafen). Überhaupt bedeutet Körperkontakt nur eines: SCHUTZ und SICHERHEIT.erstes Tragen vom Baby

Sie wollen euch nicht manipulieren, das können Sie auch noch gar nicht!

Sie können nur eines: Ihren Instinkten folgen, denn das hat zum Überleben unserer Art geführt.

Manchmal hört man dann die Theorie: „Lass Sie schreien, sie „regulieren“ sich dann selbst und lernen ruhig zu sein“.

Wenn man das Baby ablegt, beginnt es sofort mit sogenanntem Kontaktweinen, die Gründe findest du oben.

Daher weint und schreit es richtig laut. Reagiert die „Herde“ nicht, setzt ein weiterer Urinstinkt ein: es wird still- aber nicht weil es gelernt hat, sondern weil es weiß, dass es nicht die Ressourcen hat, um ewig weiterzuschreien und ggf. lockt es dadurch noch wilde Tiere an. Also eher: „ich bin still, dann werde ich nicht gefressen“, aber sicher nicht: „ahhhhh alles ist gut, ich hab mich selbst beruhigt“.

Das Einzige, was ein Kind lernt, wenn ihr nicht auf sein Schreien reagiert, ist dass es nicht wichtig ist, dass seine Bedürfnisse nicht ernst genommen werden!

Daher ein Apell an alle Eltern, oder die es noch werden:

Wenn euer Baby weint, dann hat es einen Grund. Und oft ist es „nur“ die Nähe zu euch die Ihm fehlt.

Macht es euch leicht- Tragetücher oder Tragehilfen helfen euch, die Hände frei zu haben und dem Kind doch alles geben zu können. Es kann sooooo leicht sein.

Übrigens auch, wenn Ihr vielleicht schon das 2. Kind erwartet. Tragt euer Neugeborenes, dann habt Ihr weiter alle Hände frei für das große Kind. Oftmals kann man so auch Eifersüchteleien vorbeugen.

Also Ihr Lieben,

bald wieder mehr und regelmäßiger. Mein Kleiner bekommt mal wieder Zähne und ist mitten im „Ich lerne Laufen“-Schub. Kurzum, er brauchte den vollen Mama Einsatz und so kam ich nicht zum Schreiben……

Tragt schön, eure Steffi

 

 

 

 

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